Radwandern entlang der Saar 2019

(Enthält unbeauftragte Werbung wegen Verlinkung)

Von Sarreguemines (Frankreich) bis Trier in 4 Tagen

Die größte Herausforderung war das minimalistische Packen für mich. Schließlich muss das alles mitgeschleppt werden. Besonders bemerkbar macht es sich dann bergauf.

Ich hatte 2 kleine Backroller City Packtaschen von Ortlieb und eine Lenkertasche von Ortlieb. Mein Mann hatte einfach einen normalen Rucksack auf sein Moutainbike geschnallt.

In die Lenkertasche kam die Kamera, Handy, Portemonnaie, Kartenmaterial von der Region, Zettel, Stift und Sonnenbrille.

In die Packtaschen kamen 1 Regenjacke, 1 Hoodie, 3 Funktions T-Shirts, 1 Radfahrhose 3/4 lang, 1 Radfahrhose kurz, 1 Jeans, 1 Dreiecktuch, Kulturtasche mit Utensilien in reisegröße, Verbandspäckchen. Zum Schluss habe ich doch noch eine leichte Hose mitgenommen die ich zum Essen in Restaurants anziehen konnte, falls die Jeans zu warm ist.

Packliste

Vorsichtshalber hatte ich unsere Hotels der Route entlang schon mal gebucht. Gerade an Wochenenden sind beliebte Hotels gerne ausgebucht.

Das hat zum einen den Vorteil, ich brauche mich nicht täglich um eine Unterkunft kümmern. Auf der anderen Seite muss die gesteckte Etappe geschafft werden.

Tag 1. Anreise am frühen Nachmittag mit dem Auto nach Sarreguemines. Die Räder mit dabei. Hier konnten wir uns erst mal entspannt ohne Räder die Stadt anschauen.

Über die Grenze angekommen, merkten wir sehr schnell das wir in Frankreich sind. Dem Ort ist anzusehen, dass es hier auch mal bessere Zeiten gegeben hat (Porzellanmanufaktur und Malerei welches heute als Museum eingerichtet ist.

Hätte ich unser Hotel Union nicht schon 14 Tage vorher online gebucht, ich glaube ich hätte es so nicht genommen. Von außen doch sehr in die Jahre gekommen, wie alle anderen Häuser in diesem Viertel auch. Von innen war es akzeptabel und die Zimmer waren sauber. Die zentrale Lage rundete die Sache ab. Unser Auto konnten wir auch problemlos und kostenfrei auf dem Hotelparkplatz bis zur Rückkehr stehen lassen.

Über die Brücke gekommen bot sich ein wirklich sehr schönes Bild an und die Hotelwahl wurde nebensächlich.

Sarreguemines
Sarreguemines
Sarreguemines

Die Fußgängerampeln fand ich noch ganz witzig. Ebenso sind uns die vielen Einbahnstraßen und der hohe Leerstand der Geschäfte aufgefallen.

Abends sind wir bei „Alex“, in einer gemütlichen und einladend aussehender Kneipe eingekehrt. Allerdings gab es hier nichts zu essen.

Der nette Herr am Nebentisch wusste Rat. Er empfahl uns das Lokal nebenan.“Chez Chris“ hieß die Lösung, ohne direkt ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Von außen sah es ganz nett aus. Innen wurden Pferdewetten angeboten und 3 Fernseher waren zu sehen. Eine sehr kleine Theke, an der ein paar Leute saßen um ihre Wetten zu beobachten. Wein und Bier trinkend, in dem eher kühl und einfach gestaltetem Raum. Gott sei dank für diese Empfehlung, von alleine wären wir hier nicht rein gegangen.

Wir haben dann gemütlich auf der Terrasse platz genommen.

Typisch für Frankreich wird Menü angeboten. Hier konnten wir jeden Gang separat wählen. Ohne diesen Tipp hätten wir ein wirklich sehr leckeres Essen verpasst.

Ich habe mich für Vorspeise (Thunfischquiche) und Hauptspeise (Roastbeef mit Kartoffelsalat) entschieden. Für 12,00 Euro eine sehr gute Entscheidung wie ich fand.

Tag 2. Von Sarreguemin bis Saarlouis ca. 42 km

An vielen kleinen Schleusen-Häuschen vorbei. Die Saar teilweise zum greifen nah und ich hatte sehr oft das Gefühl sie ist nur eine Handbreit von mir entfernt. Wir konnten merklich sehen, wie sie mit jedem Kilometer breiter wurde.

Trotz Wochenende war auf dem Saarradweg nicht viel los. Ab und an kam uns jemand entgegen oder überholte uns. Stockenten saßen ohne scheu auch schon mal mitten auf dem Weg. Ein Ausflugsschiff aus Saarbrücken fuhr Richtung Sarreguemines. Dort war Markttag. Einige Ruderer hatten gerade ihr Training.

Nach ca. 10 Km waren wir schon im grenznahen Saarland.

Kurze Zeit darauf kamen wir an einem Ausflugslokal “ Zur wilden Ente“ vorbei. Wir entschieden uns zur Weiterfahrt. Für eine Pause war es für uns noch zu früh.

Ab jetzt führt der Radweg genau der Autobahn entlang und zwar bis hinter Saarbrücken. Der Geräuschpegel war entsprechend.

Die erste Rast machten wir nach ca. 20 Km. Ein Kleingärtnerverein lud mit einer offenen Terrasse für Jedermann ein. Das halbe Tagespensum war geschafft.

Ab jetzt konnten wir die Autobahn nur noch hören. Bei Völklingen passierten wir das Weltkulturerbe mit seinen „Saarhütten“. Landschaftlich nicht mehr sooo reizvoll.

Saarlouis rückte näher, rechts und links am Wegesrand jetzt Mais,- und Kohlfelder.

Saarlouis mit seinen zwei schönen Marktplätzen. Auf dem großen fand die jährliche Kirmes statt. Auf dem kleinen jetzt schon zum dritten Mal ein internationales Beach Tennis Turnier. Der Schauplatz eines der höchstdotiertesten Beach Tennis Event in Europa.

Die Innenstadt war entsprechend belebt.

In unserem https://www.ringhotels.de/hotels/posthof-garni konnten wir unsere Räder in einem Fahrradkeller abstellen. Ein sehr angenehmes Haus, mit Bademäntel und Hausschuhe für die Sauna. Auch beim Frühstück fehlte es an nichts.

Das Motto im Saarland “ Hauptsach gudd gess “ (hauptsache gut gegessen), schließlich hatten wir nach diesem Tagespensum entsprechend hunger.

Die Altstadt war abends sehr voll. Unsere Kellnerin hat uns das Restaurant „Zum Schwaggi“ empfohlen. Eine hervorragende Idee. Hier gibt es noch die typische saarländische Küche. Für 9,00 Euro bin ich pappsatt geworden. Das Essen für mich ein Gedicht.

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Tag 3. Saarlouis bis Saarbourg ca. 55 Km

Den Saarradweg hatten wir aus der Stadt heraus schnell gefunden.

Die Strecke verlief am frühen Sonntagvormittag sehr ruhig. Ein paar Wassersportler waren mit ihren Booten auf der Saar schon unterwegs. Alles ganz entspannt.

Wir grüßten und wir wurden gegrüßt. Das ging im Prinzip seit Frankreich schon so.

Einer der wenigen Lastenkähne auf der Saar.

Außer in Saarbrücken führt der Radweg direkt an der Saar vorbei ohne eine Ortschaft zu durchqueren. Nach ca. 18 Km gibt`s 350 Meter links ab von der Strecke durch eine Unterführung einen kleinen noch urtypischen Dorfgasthof. Traditionell mit Saalbetrieb und allem was dazu gehört. Der Sonntags-Frühschoppen um 10:30 Uhr schon voll im Gang. Also wer noch mal eine Pippipause einlegen möchte dann hier. Ansonsten kommt lange Zeit nichts mehr.

Hinter Merzig geht es dann rechts der Saar entlang.

Bis Mettlach fast ausschließlich unbefestigter Weg. Trotzdem gut befahrbar.

Wir sind an der Saarschleife, die vom Turm aus von ober sehr gut zu sehen ist. Unsere Euphorie hielt sich dann aber in Grenzen dort hoch zu gehen.

Saarschleife von unten kaum erkennbar

Gleich an der Schleuse noch einmal übersetzen, dann ist es nur noch ein Katzensprung bis Mettlach.

Schleuse vor Mettlach

Mettlach, Hunger, Pipi, Durst, so, oder so ähnlich in dieser Reihenfolge…. Der Auftritt des örtlichen Musikvereins mit einem kleinen Fest und Gastronomie kam wie gerufen.

Und dann muss es wohl passiert sein, Wir nehmen den falschen Weg. Ab Mettlach fuhren wir wieder links der Saar Flussabwärts. Was zuerst nur wie ein kleiner Hügel aussah, entpuppte sich doch als recht gute Steigung. (Lutwinuskapelle)

Lutwinuskapelle

Mit dieser Aussicht wurden wir belohnt.

Aussicht-Lutwinuskapelle

Danach hatten wir noch einen mega Aufstieg. Inklusive Schotter und unbefestigten Wegen. Hier wussten wir allerdings noch nicht was auf uns zukommt.

Diese Hürde überwunden, wurde es zunehmend grüner und wir sahen die ersten Weinberge. Saarburg in Sichtweite.

Saarburg

Gut das unser Hotel auf halber Höhe lag. Saarburg ist einfach traumhaft schön. Hier ist der Leukbach, ein Nebenarm der Saar zu sehen.

Saarburg
Saarburg
Saarburg
Saarburg
Saarburg
Saarburg
Saarburg/Leukbach

Saarburg

Wer zentral übernachten möchte, sollte in Saarburg frühzeitig buchen. Mit einer Vorlaufzeit von 14 Tagen war ich sehr knapp dran. Wir bekamen das letzte Zimmer im Hotel am Markt. http://Hotel am Markt Saarburg

Ein kleines familiär geführtes Haus. Bei Ankunft stand eine Flasche Wasser auf dem Zimmer. Unsere Räder durften wir kostenlos in die Garage stellen. Die Rühreier wurden für jeden Gast vom Chef auf Wunsch zubereitet.

Ach ja, gegessen haben wir auch. Eine Spezialität des Hauses https://www.wirtshaus-zum-pferdemarkt.de/ Drinnen wie draußen eine sehr angenehme Atmosphäre.

Tag 4. Von Saarburg nach Trier ca. 21 Km

Weil Saarburg so schön ist, sind wir am nächsten Tag auch erst gegen Mittag losgefahren. das war durchaus auch so geplant. Wir hatten es ja nicht mehr weit.

So, jetzt geht es zurück auf den Radweg. Es ist Montag und wir hatten das Gefühl, alleine auf der Strecke zu sein. Die Weinberge um uns herum, von Ruhe und Stille umgeben. Und plötzlich waren wir schon an der Saarmündung. Irgendwie ging mir das viel zu schnell.

Ab der Marina in Konz (Campingplatz), letzte Pippistation vor Trier, verlassen wir die Saar. Auch ganz witzig, übernachten in einem Weinfass.

Ab jetzt fahren wir rechts Richtung Trier an der Mosel entlang. Alles war wie ausgewechselt. Der Radweg war breiter, es wurde nicht mehr gegrüßt und irgendwie hatte ich den Eindruck das es hier etwas hektischer zugeht.

Diesen Radweg fand ich persönlich nicht so schön. Hier gab es viele Baumwurzeln. Teilweise war gepflastert, das auch schon hoch kam.

Die älteste Stadt Deutschlands ist mit 114.000 Einwohnern relativ klein. Dafür gut zu Fuß zu laufen um viele Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Unser Stadthotel http://CONSTANTIN Hotel Trier, lag direkt an der Römerbrücke und den Moselkranen. Nur 10 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt.

Porta Nigra
Porta Nigra

Ich liebe alte Städte und Gemäuer. Dann stelle ich mir immer vor, wie die Leute früher so gelebt haben.

Tag 5. Rückfahrt

Die Rückfahrt ging dann ganz schnell.

Geplant war die Rückreise von Trier aus mit dem Schiff in Richtung Saarbrücken. Die fahren aber nicht täglich und auch nicht durchgängig (keine Linienverbindung). So haben wir kurzerhand den Zug bis Saarbrücken genommen.

Die Fahrt dauerte nur 1 Stunde.

ehemalige Bergwerksdirektion in Saarbrücken
Alte Brücke Saarbrücken

In Saarbrücken angekommen, war das Schiff nach Sarreguemines natürlich schon weg.

Durch den Deutsch-Französischen Garten waren wir schnell an dem Lokal „Zur Wilden Ente“, das wir auf der Hinfahrt schon gesehen haben. Jetzt war es auch Zeit für eine kleine Mittagspause im Biergarten.

Lustige selbstgemachte Pfeffer,- und Salzstreuer.

Am frühen Nachmittag haben wir Sarreguemines erreicht.

Abends unsere wunderbaren Urlaubstage ausklingen lassen.

Wenn euch mein kleiner Bericht gefallen hat, freue ich mich über einen kleinen Kommentar.

Fazit: Ich hatte ein T-Shirt und eine Jeans zuviel mit. Sonst hat alles gereicht.

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